Wassersportgemeinschaft Gelderland 1970 e.V.
Das Highlight der diesjährigen Jugendsaison der WSG war wieder einmal die Jugendfreizeit. Viele Teilnehmer der Jugendfreizeit 2007 am Grevelinger Meer stellten die Forderung nach einer Wiederholung dieser Freizeit mit eigenen Booten ein fremdes Gewässer zu erkunden So packten wir am dann am 7. August nach einer langen Vorbereitungszeit acht Opti's, fünf Einhand-Boote (Laser und Europe), einen Piraten, eine Yngling und zwei Motorboote, 17 Kinder und Jugendliche, 6 Betreuer, eine Menge Verpflegung und sehr viel Gepäck in die Reisefahrzeuge.
Freitags mittags ging es los Richtung Niederlande. Nach dreistündiger Fahrt konnten wir endlich unser Ferienzuhause beziehen, Koffer und Proviant auspacken und die Boote abladen. Nachdem sich alle in den Bungalows eingerichtet hatten, wurde erst einmal eine Ortsbegehung vorgenommen. Immerhin mussten ja alle wissen, wo wir gelandet waren. Leider ist es dann schon recht spät geworden, sodass an Segeln nicht mehr zu denken war, auch wenn der Eine oder Andere dies liebend gerne getan hätte. Bei einem gemütlichen Abendessen wurden Pläne für den nächsten Tag geschmiedet: wir wollten erst einmal einen kleinen Ausflug in das Gewässer unternehmen, das der Hafenausfahrt von De Kuilart gegenüber lag.
Nach dem Frühstück gab es dann den ersten (nicht zu vermeidenden) Küchendienst. Danach aber machten wir die Boote klar und segelten zu unserem ersten Ausflug in „fremdes" Gewässer. Bei dieser ersten kleinen Runde mussten sich alle an die neuen Segelbedingungen gewöhnen - zu Hause gibt es keine Fahrrinne mit großen Schiffen und keine Wellen. Dieser Törn wurde von allen sehr gut gemeistert und machte Appetit auf mehr. Außerdem war der Wunsch nach noch ein bisschen mehr Wind auch sehr groß, aber wir waren ja erst einen Tag vor Ort. Es konnte ja noch alles werden. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und die Kinder und Jugendlichen testeten das Schwimmbad und die Skaterbahn.
Der nächste Tag brachte dann endlich ein wenig mehr Wind. Bei strahlendem Sonnenschein ging es los, um die weitere Umgebung zu erkunden. Damit die Opti's nicht sofort durch die Fahrrinne segeln mussten, haben diese und die Motorboote einen kleinen Umweg über etwas flacheres Gewässer ins Fluessen-Meer gewählt. Wir mussten feststellen, dass leider nicht überall der Wasserstand für unsere Boote geeignet ist. Unsere Opti's blieben zum Teil stecken! Nach dem ersten Schreck zogen die Opti-Kids die Schwerter hoch und weiter ging die Fahrt. Unterdessen haben der Pirat und die Einhand-Segler bereits das Fluessen- und das Heeger Meer bis hoch nach Heeg durchsegelt. Auf dem Rückweg fand sich die gesamte Gruppe mit den Optis zusammen und durchsegelten gemeinsam die Fahrrinne zwischen Fluessen und Koudum. Das schöne Wetter und die Tatsache, dass es ein schöner Sonntag war, zogen noch viele andere Segler und ihre Schiffe an. Da gab es für alle viel zu gucken - für die Kinder die vielen großen Schiffe, und für die anderen war unsere Opti- und Einhand-Flotte ein echter Hingucker. Derweil nutzte die Besatzung der Yngling mit einigen nicht segelnden Kindern den Tag für einen großen Ausflug: aus dem Heeger Meer raus in die Kanäle Richtung Workum, von dort ins Ijsslemeer und bei Stavoren wieder ins Inland durch die Kanäle zurück zu unserer Ferienanlage. Am Abend hatten alle entsprechen viel zu erzählen.
Am Montag wurden wir von einer leichten Flaute überrascht. Nach einer kleinen Tour in ihren Booten zogen die Kinder und Jugendlichen das Wasser des Schwimmbades vor und vergnügten sich anderweitig. Am Nachmittag war dann Gelegenheit für eine Wanderung in den Ort Koudum zum Eis essen. Der Abend endete mit Spielen und einem Stoßgebet zum Himmel, dass für den nächsten Tag bitte wieder mehr Wind aufkommen sollte.
Unsere Bitte wurde erhört: der Wettergott hatte ein Einsehen und los ging der Törn Richtung Heeg. Die Motorboote und die Yngling waren mit Proviant beladen, sodass einem Picknick auf der großen Insel nichts im Wege stand. Zum Beine vertreten wollte Manuela einen Ausflug auf die andere Seite der Insel machen (ein gefährliches Unterfangen - in allen Abenteuerfilmen warten auf der anderen Seite der Insel immer Überraschung auf die Besucher, Kannibalenstämme, bis an die Zähne bewaffnete Schmuggler oder einfach nur wilde Tiere). Wir hatten Glück und kamen wieder wohlbehalten bei unseren Schiffen an. Frisch gestärkt machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Heeg. Für die Opti's schon eine Herausforderung. Wieder zurück in den Bungalows schwärmten alle von dem tollen Törn.
Der nächste Tag brachte für einige unserer Kinder eine seglerische Herausforderung: 80cm Welle und 5 Windstärken. Ein paar besorgte Blicke zum Himmel bestätigten sich: Nieselregen! Segeln ist Wassersport und das bisschen Regen hält uns nicht auf. Der Törn ging wieder in Richtung Heeg. Uns war schnell klar, dass wir es nicht bis dorthin schaffen würden, da der Hinweg größtenteils auf Vorwindkurs gefahren wurde. Für den Rückweg bedeutete das: Kreuzen. Von unserer kleinen Insel aus kostete das die Kinder und Jugendlichen schon recht viel Kraft, aber einmal an die Wetter-Verhältnisse gewöhnt, hatten alle ihren Spaß und wollten gar nicht so recht zurück in den Hafen. Einige baten darum, nach einer Pause an Land noch einmal aufs Wasser zu gehen, und sich in den Wellen so richtig auszutoben. Abends waren wir alle geschafft und müde und genossen einen ruhigen Abend.
Am nächsten Tag stand Meuterei auf dem Plan: der Wind war wieder etwas abgeflaut (Windstärke 2 reicht nicht mehr aus) und die Wind und Wetterverhältnisse machten nur noch halb so viel Spaß wie am Vortag (was sagen die bloß erst, wenn wir nach Hause kommen zum Heidesee?). Trotzdem wurde noch einmal kräftig gesegelt bevor am Nachmittag alle Jugendfreizeitler ihre Boote putzen und verpacken mussten. Auch die Koffer wurden unter den Betten hervorgeholt und jeder fing zu packen an. Der letzte Abend macht immer ein wenig wehmütig, aber alle saßen zusammen und ließen noch einmal die schönen Erlebnisse Revue passieren. Da wir am nächsten Morgen schon früh die Häuser räumen mussten, war auch noch früher Bettruhe als sonst angesagt - der Eine oder Andere suchte allerdings auch immer noch ein paar seiner Sachen zusammen (wohin verschwinden die nur immer?).
Nach dem Frühstück mussten noch die Unterkünfte klar Schiff (Haus?) gemacht werden, die Betten abgezogen, Spuren von abendlichen Chips-Orgien beseitigt und es wurde noch einmal geprüft, ob auch alle Schränke und Schubladen leer geräumt waren. Dann wurden auch schon die Bootshänger angehängt und Heimreise ging los. Nach ein paar Stop's auf der Autobahn - wer hat vergessen den Spanngurt ganz festzuzurren? - kamen wir geschafft am Heidesee an. Dort warteten schon gespannt die Eltern und Geschwister der Teilnehmer mit Kaffee, Kuchen, Salaten und Grillwurst. Ruck zuck waren die Boote abgeladen und wieder an ihren Plätzen auf dem Gelände verstaut. Das Ende einer Jugendfreizeit kommt leider immer ein wenig zu schnell. Nach einer Woche zusammen sind sich doch alle ein Stückchen näher gekommen und zusammengewachsen. Aber im nächsten Jahr gibt es bestimmt eine neue Jugendfreizeit, bei der alle wieder eine schöne Zeit zusammen verbringen werden. Und wer weiß, welches spannende Abenteuer sich die Betreuer dafür ausdenken.
Bilder: